Leer

Summe: 0,00 €

Uganda-Bericht 2019 – Hallo Afrika!

Von Jens, 13.11.2019
Uganda-Bericht 2019 – Hallo Afrika!

Blumenbunt Uganda Bericht 2019 – ich will mit!Steinkrug, 13. 11. 2019 (English) Offensichtlich sind nicht alle hier mit unserer Abreise einverstanden. Dabei wird der zurückbleibende Schwarze die nächsten Wochen weiterhin bestens versorgt.

Es ist noch nicht einmal ein Jahr her, wo Inas kleiner Facebook-Kommentar eine schon lange offenstehende Tür aufgestoßen hat und damit eines der tollsten Projete unseres Lebens ausgelöst hat. Kurze Zeit später stand der Kontakt zu Eddy Kaliisa, dem Gründer des "Visionary Learning Centers" (VLC), und wir haben ein Patenkind, die kleine Habiba.

Blumenbunt Uganda Bericht 2019 – der Auslöser

Wir haben gleich gemerkt, dass dort in Namaganda ein ganz besonderes Projekt beheimatet ist, was mit viel Engagement und persönlichem Einsatz betrieben wird. Ohne große Organisation dahinter, nur unterstützt durch Eddy Kaliisas Einkünfte und private Spenden aus der ganzen Welt, entstand etwa 150 km von Ugandas Hauptstadt Kampala entfernt in einer sehr ländlichen Gegend eine Schule für über 200 Kinder. Darunter etliche Waisen und von den Familien verstoßene Kinder. Außerdem werden Kinder in Kibuki sowie im Norden im Amuri Bezirk unterstützt.

So eine tolle Aktion muss man einfach unterstützen, und so wurde die Blumenbunt Spendenaktion 2019 ins Leben gerufen. Eddys größter Wunsch war eine Milchkuh für die Kinder der Schule. Also wurden drei neue Anleitungen kreiert, ein Teddy und zwei Puppen (gehäkelt/gestrickt). Die Teddys und Puppen sollten für die Kinder sein, damit nicht immer nur die recht wenigen Kinder mit Pateneltern Geschenke bekommen. Die Idee dahinter war auch, über die Spenden hinaus eine Verbindung zwischen den fleißigen Spendenstrickerinnen und -Häklerinnen und den Kindern in Afrika herzustellen.Blumenbunt Uganda Bericht 2019 – die Spendenbox

Genauso schnell war Anfang 2019 die Idee da, die Teddys und Puppen, und hoffentlich auch die Milchkuh Betty Blumenbunt, persönlich in Namaganda/Uganda feierlich zu übergeben. Ohne lange nachzudenken haben wir Nägel mit Köpfen gemacht. Zumal auch die liebe Ina sofort dabei war. Dann war auch noch der Flug sehr günstig, da haben wir kurzerhand gebucht!

Oh je. Was haben wir da nur angestellt...? Nicht, dass unsere Begeisterung für die Reise dem Zweifel gewichen ist. Vielmehr entstand eine brisante Mischung aus Euphorie und blanker Angst, die sich immer mehr – in beide Richtungen – steigerte, je näher unser Abreisetermin kam. Aber aus der Nummer kamen wir nun nicht mehr raus.
Glücklicherweise haben in den letzten Tagen vor dem Abflug die Neugier und die Freude auf Eddy und die Kinder die Überhand gewonnen. Und so stehen wir insgesamt recht optimistisch am Flughafen von Hannover, als wir auf den Abflug warten.Blumenbunt Uganda Bericht 2019 – Abflug Hannover

Obwohl wir früh aufstehen mussten, erreichen wir den Zwischenstop in Istanbul ohne Schlaf oder richtige Erholung. Wir sind einfach zu aufgeregt. Der internationale Flughafen ist wirklich riesig. Gefühlt braucht der Flieger von der Landung bis zum Gate genauso lange wie der eigentliche Flug. Und die drei Stunden Aufenthalt braucht man auch locker, um zu Fuß durch die endlosen riesigen Gänge das passende Abfluggate zu erreichen.Blumenbunt Uganda Bericht 2019 – endlos Istanbul

Der Weiterflug über Kigali in Ruanda nach Entebbe in Uganda verläuft ohne Zwischenfälle. Und ebenfalls ohne Schlaf. Aber wir sind froh, dass uns Eddy und sein Vater in Entebbe in den frühen Morgenstunden abholen werden. Der Flieger soll um 3:55 Uhr landen. Da wir mit Verspätungen rechnen und auch erwarten, dass die Einreise mit allen Visa-, Zoll- und sonstigen Kontrollen mindestens eine Stunde dauern wird, haben wir die beiden für 5:30 Uhr bestellt. Dann müssen sie nicht so lange warten...

Der Flieger kommt sogar ein gutes Stück früher in Entebbe an. Und obwohl die Beamtin der Einreisebehörde Raphaela dermaßen grimmig angeschaut hat, dass sie eigentlich auf der Stelle umdrehen und wieder nach Hause fahren wollte, ging die Abfertigung durchaus zügig von statten. Selbst unser Gepäck war schneller als auf so mancher europäischen Urlaubsreise vollständig bei uns.

Nur für den letzten Schritt aus dem Ankunftsbereich haben wir eine Kurzeinführung in die afrikanische Mentalität bekommen. Sämtliches Gepäck (inkl. Handgepäck) muss vor dem Verlassen des Ankunftsbereichs auf ein Förderband gelegt werden, damit es nochmal durchleuchtet wird. Unklar ist, ob sich überhaupt jemand diese Durchleuchtungen anschaut. Aber egal, da muss jeder durch. Vor uns mühte sich eine indische Großfamilie mit ihren Gepäckmassen ab und sorgte für eine 100%ige Auslastung des Prüfapparates. Wir stellten uns brav dahinter an, ebenso einige andere Reisende. Dadurch entsteht rechts und links der Schlange und des Geräts freier Raum. Und sowas gibt es einfach in Afrika nicht. Freier Platz wird sofort ausgenutzt, auch wenn es gar nicht weitergehen kann. Das Prinzip wird uns in den nächsten dreieinhalb Wochen noch oft begegnen.

Also drängelten jede Menge Reisende von hinten an uns vorbei – allen voran ein Mitarbeiter des Flughafens – und beluden das Förderband zusätzlich von der Seite. Natürlich haben wir auch mitgemacht, wir wollen uns ja integrieren. Im Ergebnis verkeilen sich die wild durcheinandergetürmten Gepäckstücke wenig überraschend und müssen erstmal wieder geordnet werden. Und dadurch, dass nun die Koffer jetzt nicht mehr nach Reisenden geordnet die Maschine hinten verlassen, gibt es auch dort mehr Tumult als notwendig. In dem Moment ist uns klar, wir sind da – hallo Afrika!

Doch egal wie groß das Chaos ist, es regelt sich alles mehr oder weniger von allein. Und niemand regt sich auf (außer vielleicht die weißen Touristen). Mit viel Geduld und Ruhe verschwinden solche Schwierigkeiten viel schneller als man denkt. Trotz grimmiger Beamten und Kofferchaos standen wir gerade mal eine halbe Stunde nach Landung draußen vor dem Flughafen im "Meet and Greet"-Bereich. Tolle Planung – Eddy kommt erst in eineinhalb Stunden, und um uns herum sind lauter durch und durch dunkle Gestalten, die uns freundlich belauern...